Schmuck
Erbstücke und Altgold: umarbeiten, schätzen lassen oder weitergeben
In vielen Familien gibt es sie: die Schatulle mit Grossmutters Ringen, einer Taschenuhr, einzelnen Ohrringen und Ketten, die niemand mehr trägt. Wegwerfen kommt nicht infrage, tragen will man sie aber auch nicht so, wie sie sind. Es gibt mehrere Wege, mit solchen Stücken umzugehen.
Zuerst: Was ist es wert?
Bevor Sie etwas verkaufen oder umarbeiten lassen, lohnt sich eine Einschätzung. Dabei gibt es zwei Werte:
- Materialwert: Gewicht und Feingehalt des Metalls, dazu der Wert der Steine.
- Schmuckwert: Handwerk, Epoche, Hersteller und Zustand. Ein Art-déco-Ring oder eine signierte Brosche kann deutlich mehr wert sein als das Gold allein.
Den Feingehalt erkennt man oft an einer Punze, einer kleinen Prägung wie 585 oder 750. In der Schweiz wird der Handel mit Edelmetallen von der Edelmetallkontrolle überwacht, die zum Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit gehört. Für eine seriöse Schätzung wenden Sie sich an eine Goldschmiedin oder einen Schätzer, der nicht gleichzeitig kaufen will.
Umarbeiten: Neues aus Altem
Aus einem alten Ring kann ein Anhänger werden, aus mehreren Goldstücken ein neuer Ehering. Besonders schön ist es, die Steine eines Erbstücks in eine moderne Fassung zu setzen. So bleibt die Geschichte erhalten, und das Stück passt trotzdem in den heutigen Alltag.
Fragen Sie im Gespräch nach, ob wirklich das eigene Gold verwendet wird oder ob es nur verrechnet wird. Beides ist legitim, aber für viele ist es emotional wichtig, das Familienmaterial im neuen Stück zu tragen.
Verkaufen: worauf achten
Wer Altgold verkaufen will, sollte mehrere Angebote einholen. Die Preise orientieren sich am Tageskurs, doch die Abzüge unterscheiden sich stark. Lassen Sie vor Ihren Augen wiegen und prüfen. Seien Sie vorsichtig bei Ankäufern, die nur kurz in einem Hotel auftauchen oder an der Haustür klingeln.
Weitergeben mit Geschichte
Manche Stücke sollen gar nicht verändert werden. Dann hilft es, sie mit ihrer Geschichte weiterzugeben: Wer hat den Ring getragen, zu welchem Anlass wurde die Uhr geschenkt? Ein paar Zeilen auf einer Karte, im Kästchen aufbewahrt, machen aus einem Gegenstand ein Erinnerungsstück.
Reinigen und reparieren lassen
Alte Schmuckstücke haben oft gelöste Fassungen, ausgeleierte Verschlüsse oder gerissene Ketten. Vor dem ersten Tragen sollte eine Fachperson alles prüfen. Eine Revision kostet meist wenig, und das Lieblingsstück der Grossmutter geht nicht beim ersten Ausflug verloren.